Kinderhaus Stratmann
Pädagogische Haltung
Allgemeines
Das Kinder- und Jugendhaus Stratmann ist eine stationäre, familial ausgerichtete private Einrichtung der Jugendhilfe in Cobbenrode in der Gemeinde Eslohe im Sauerland. Die Einrichtung wurde 1990 von den Eheleuten Ute und Gerd Stratmann eröffnet. Seitdem arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung einer konstruktiven, wirtschaftlich sparsamen und effektiven Methode im Sinne der Kinder- und Jugendhilfe.
Im Jahr 2002 wurde die Einrichtung um vier Plätze für Hilfen zur Verselbständigung erweitert. Das räumliche Angebot befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kinderhaus. Die Hilfeleistung ist übergreifend konzipiert. Regeln behalten ihre Gültigkeit, Tagesabläufe ihre Rhythmen, Mitarbeitende sind in beiden Einrichtungsteilen tätig.
Das „optische“ Wohn- und Lebensumfeld gestattet einen „normalisierenden“ Rahmen in der sie umgebenden Wohnlandschaft. Das verhindert umfassend eine Stigmatisierung der Heimbewohner*innen.
Die unabhängige und freie Verknüpfung der wirtschaftlichen, administrativen und pädagogisch-therapeutischen Inhalte ermöglicht spontane, gezielte Aktionen / Reaktionen auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen sowie die Notwendigkeiten der Zielgruppe, Leistungsberechtigten und Leistungsbezieher*innen. Die pädagogisch unmittelbare Folge von Handeln ist so im Zusammenhang nachvollziehbar. Das bedingt uns weiterhin zur privat-wirtschaftlichen Trägerschaft.
Leitgedanken
Das Leitbild der Einrichtung ist begründet in der Entwicklungsgeschichte der Heimerziehung noch unter dem JWG und der beruflichen Erfahrungen des Trägerehepaars im Vorfeld der Kinderhausgründung.
Zur Gründungsmotivation zähl(t)en:
-Pädagogische Entscheidungen müssen sofort erfolgen können,
-ein Zusammenleben muss sich für alle lohnend widerspiegeln,
-aus Perspektive der Schichtentheorie bedarf es der Annäherung an die „Mittelschicht“,
-die Bedürfnispyramide regt zur eigenen Stärkeentwicklung an,
-innewohnende Pädagogen destigmatisieren den „Makel der Heimerziehung“.
Die Kinder und Jugendlichen erhalten ein Zuhause, dass sie so auch benennen können.
Es ermöglicht ihnen die Mitgestaltung ihrer Zukunft zu selbständigen, unabhängigen und aktiven Gesellschaftsmitglieder*innen. Der Schutz und die Fürsorge zusammen mit der Unterstützung ermöglichen die möglichst volle Entfaltung ihrer Möglichkeiten.
Daraus hat sich das Leitbild der Einrichtung entwickelt:
Beziehung ist Anbindung und Orientierung.
Beziehungsverantwortung ist „gutes Vorbild“ sein. Gutes Beispiel ist u. a. die Achtung der Menschenwürde, der Menschenwerte, der Religionsfreiheit, der demokratischen Partizipation, der Ressourcenfindung und -Entwicklung, der Förderung der Individualität und die der Gemeinschaftsfähigkeit, sowie Ethischer Wertfindung. Das Kind, der / die Jugendliche ist Mittelpunkt des Arbeitsprozesses vor dem Hintergrund der Gemeinschaft. Arbeiten im Kinderhaus heißt Beziehung gestalten und Leben unter o. g. Prämissen.
Unter den gesicherten Bedingungen einer Einrichtung ist Raum geschaffen für die individuellen Ressourcen und Fähigkeiten sowie der Wahrnehmung dieser Stärken im Wechselspiel mit den anderen Mitbewohner*innen zur Konstruktion eigener Selbständigkeit. Diesem Anspruch kommt auch die Jugendwohngemeinschaft nach.